Valencia in 5 Tagen: der komplette Reiseplan
Kurz gesagt: In 5 Tagen schaffst du in Valencia die Altstadt, die moderne Stadt, den Strand, die Albufera und einen Ausflug – mit Zeit zum Durchatmen. Tag 1: Plaza de la Virgen, Kathedrale, Lonja und Mercado Central zu Fuß. Tag 2: Ciutat de les Arts, Oceanogràfic, Cabanyal und Malvarrosa. Tag 3: Museen (Bellas Artes, gratis) und Mercado de Colón. Tag 4: Paella in El Palmar (Albufera). Tag 5: Sagunto oder Xàtiva mit der Cercanías-Bahn. Unterwegs mit Metro, EMT und Valenbisi; am schönsten im Frühling.
Mit fünf Tagen lernst du Valencia wirklich kennen: nicht nur die üblichen Sehenswürdigkeiten, sondern auch die langsamen Vormittage auf dem Markt und im Museum, einen Strandtag ohne Uhr und zwei Ausflüge, die bei einem Kurzbesuch fast niemand macht. Dieser Reiseplan für Valencia in 5 Tagen teilt die Tage in sinnvolle Blöcke ein und lässt dazwischen Luft zum Durchatmen. Wenn du weniger Zeit hast, fasst der Reiseplan für 3 Tage das Wichtigste zusammen; hier dehnen wir ihn in aller Ruhe aus. Wirf vor dem Losgehen einen Blick in den Live-Veranstaltungskalender, falls dein Besuch auf eine Mascletà, ein Konzert oder einen Markt fällt.
Tag 1: die Altstadt zu Fuß
Fang früh auf der Plaza de la Virgen an, bevor die Menschenmassen kommen, und geh hinunter in die Krypta von l'Almoina, wo du das römische Valentia unter dem Boden der heutigen Stadt betrittst. Gleich daneben steht die Kathedrale Santa María, in der der Heilige Gral aufbewahrt wird; steig auf den Glockenturm Miguelete, wenn du dich über den Dächern orientieren willst. Am späten Vormittag geht es durch das Barrio del Carmen zur Kirche San Nicolás: Von außen fällt sie kaum auf, doch beim Blick hinauf zum Gewölbe versteht man, warum sie die Sixtinische Kapelle Valencias heißt.
Mittags geht es hinunter zur Plaça del Mercat, wo sich zwei Gebäude gegenüberstehen, die unterschiedlicher kaum sein könnten: der Mercado Central, im Jugendstil und mit echten Marktständen statt Postkartenkulisse, und die Lonja de la Seda, weltliche Gotik und UNESCO-Weltkulturerbe (Öffnungszeiten und Tage mit freiem Eintritt findest du auf ihrer Seite). Zum Essen meidest du besser die Terrassen mit Tellerfotos auf der Karte und suchst dir eine Bodega im Carmen; den Reis hebst du dir für Tag 4 auf.
Für den Nachmittag und den Abend
Nach dem Essen lohnt ein Abstecher zur winzigen Plaza Redonda und weiter zu den Torres de Serranos, dem alten Stadttor mit Blick über das Flussbett. Den Tag beschließt du bei einem Getränk im Café de las Horas, wo man das echte Agua de Valencia bestellt.
Tag 2: Wissenschaft, Architektur und Strand
Den Vormittag verbringst du in der Ciutat de les Arts i les Ciències. Der Star ist das Oceanogràfic, das größte Aquarium Europas; mit Kindern rechne mit drei entspannten Stunden. Kauf das Ticket online und komm gleich zur Öffnung, dann sparst du dir die Schlange (Preise und Öffnungszeiten stehen auf seiner Seite). Der Spaziergang durch das alte Turia-Flussbett zwischen den weißen Bauten Calatravas kostet nichts und lohnt sich allein wegen der Architektur, und der Parque Gulliver beschäftigt die Kleinsten, ohne dass du einen Euro ausgibst.
Nach dem Mittagessen wechselst du das Tempo und fährst ans Meer. Das Viertel Cabanyal ist ein ehemaliges Fischerdorf mit bunt gekachelten Häusern, Street-Art und Seemannskneipen; für Tapas ist die Bodega Casa Montaña (1836) nach wie vor eine Größe in der Stadt. Von dort läufst du zu Fuß zum Strand Malvarrosa und lässt den Nachmittag mit den Füßen im Sand ausklingen – und, wenn dir danach ist, mit einer Horchata an der Promenade.
Tag 3: Museen und Markt am Vormittag, ruhiger Nachmittag
Heute geht es langsamer zu. Starte mit einem Kaffee und einem Kulturvormittag: Das Museo de Bellas Artes ist frei zugänglich und vereint valencianische Frühmeister, einen Velázquez und einen Goya – in ein paar Stunden geschafft, ohne Hetze. Direkt dahinter liegen die Jardines de Monforte, ein Garten mit Statuen und geschnittenen Hecken, in dem man sich gern eine Weile hinsetzt. Wenn du zeitgenössische Kunst vorziehst, gehst du stattdessen ins IVAM oder ins Centre del Carme.
Zum Essen geht es zum jugendstilgeprägten Mercado de Colón: kein Lebensmittelmarkt mehr, sondern eine Halle mit hohen Decken und Jugendstileisen, voller Cafés und Theken, an denen man ohne Eile etwas isst. Den Nachmittag lässt du absichtlich frei: eine Siesta, ein Einkaufsbummel im Ensanche oder ein langer Spaziergang durch den Jardín Botánico, den du in der letzten Stunde fast für dich allein hast.
Tag 4: Natur und Paella in der Albufera
Heute verlässt du die Stadt, ohne weit zu fahren. Nur 20 Minuten südlich liegt der Naturpark Albufera, der größte See Spaniens, umgeben von Reisfeldern: Hier entstand die echte valencianische Paella, mit Huhn, Kaninchen, Garrofó und Ferraúra, niemals mit Chorizo. Komm am späten Vormittag, lauf ein Stück zwischen den Reisfeldern und reservier einen Tisch in einem Restaurant in El Palmar, wo der Reis über Holzfeuer gegart wird.
Nach dem Essen bietet sich eine Bootsfahrt über den See zum Sonnenuntergang an, wenn sich das Wasser golden und rot färbt. Wenn du noch Kraft hast, liegen der Strand El Saler und die Pinienwälder der Devesa auf dem Rückweg – gut, um vor der Rückfahrt noch einmal die Beine zu vertreten. Mit dem Auto sind es rund 20 Minuten; mit dem Bus fährt die Linie 25 der EMT vom Zentrum nach El Palmar und El Saler.
Tag 5: Ausflug nach Sagunto oder Xàtiva
Für den letzten Tag fährst du mit der Cercanías-Bahn aus Valencia hinaus und suchst dir eine Burg aus. Sagunto liegt eine halbe Stunde nördlich: Seine Burg zieht sich über den ganzen Hügel und mischt iberische, römische und arabische Mauern; unten stehen ein römisches Theater, das noch bespielt wird, und ein Judenviertel mit steilen Gassen. Steig am Vormittag hinauf, bevor die Sonne sticht, und iss in der Altstadt.
Wenn du mehr Grün und weniger Küste willst, fahr ins Landesinnere nach Xàtiva, eine Stunde südlich: Die Wiege der Borja wird von einer Doppelburg gekrönt, die sich oben auf dem Bergrücken entlangzieht, mit weitem Blick über die Costera. Wer es auf den Wein abgesehen hat, fährt stattdessen nach Requena mit seinem mittelalterlichen Viertel La Villa. Weitere Ideen stehen im Guide zu den Tagesausflügen.
Wie du dich fortbewegst
- Altstadt (Tag 1) und Museen (Tag 3): alles zu Fuß. Zwischen den Sehenswürdigkeiten liegen nur Minuten.
- Ciutat de les Arts und Strand (Tag 2): am bequemsten sind der EMT-Bus und das Fahrrad (Valenbisi); das Turia-Flussbett fährt sich mit dem Rad ideal.
- Albufera (Tag 4): der EMT-Bus 25 fährt vom Zentrum nach El Palmar und El Saler; mit dem Auto rund 20 Minuten.
- Ausflüge (Tag 5): die Cercanías von Renfe fahren direkt und günstig nach Sagunto und Xàtiva; ein Auto brauchst du nicht.
Wer es genauer wissen will, findet einen eigenen Guide zur Fortbewegung in Valencia mit Linien, Fahrkarten und Kniffen.
Anreise nach Valencia und Weg vom Flughafen
Der Flughafen Valencia (Manises) liegt rund 8 km vom Zentrum entfernt und ist direkt per Metro angebunden: Die Linien 3 und 5 halten mitten in der Altstadt (Station Xàtiva, neben dem Bahnhof) – die günstigste und ohne Verkehr schnellste Variante. Kommst du mit dem Hochgeschwindigkeitszug, liegt der Bahnhof Joaquín Sorolla nur wenige Gehminuten vom Zentrum entfernt, direkt neben der historischen Estación del Norte. Dieser Fünf-Tage-Plan ist so gebaut, dass du fast ohne Auto auskommst: Metro, EMT und zu Fuß haben Vorrang.
Für den Nahverkehr lohnt sich eine aufladbare Netzkarte (SUMA), die für Metro, Bus und Straßenbahn gilt und Einzelfahrten billiger macht. Ein Auto brauchst du nur, wenn du den Plan auf Dörfer im Umland oder auf mit dem Bus schlechter erreichbare Strände ausweiten willst.
Beste Reisezeit für Valencia
Valencia lässt sich dank des milden Klimas und der vielen Sonnentage fast das ganze Jahr über genießen. Der Frühling (April bis Juni) ist meist die beste Zeit: angenehme Temperaturen, lange Tage und ein Kalender voller Tradition. Der Herbst (September bis Oktober) schenkt dir ein noch warmes Meer und kürzere Schlangen. Der Sommer ist heiß und schwül, gut für den Strand, aber mittags hart: Steh für die Sehenswürdigkeiten früh auf und heb dir den Nachmittag für die Malvarrosa auf. Im Winter ist es frisch, aber freundlich, mit niedrigeren Preisen und weniger Menschen.
Wenn du die Termine frei wählen kannst, wirf einen Blick auf den Kalender der Fiestas: Die Fallas (Mitte März) füllen die Stadt mit Schwarzpulver, Ninots und täglichen Mascletàs, und die Hotelpreise schießen nach oben – also besser mehrere Monate im Voraus buchen. Mehr Details stehen im Guide zum Wetter in Valencia.
Wo übernachten
Für fünf Tage ohne Zeitverlust auf dem Weg schläfst du am praktischsten im Zentrum oder ganz in der Nähe. In Ciutat Vella (El Carmen, Barrio del Mercat, La Seu) liegen Sehenswürdigkeiten und Nachtleben zu Fuß vor der Tür; das ist die bequemste Wahl für die Altstadt- und Museumstage. Das Ensanche (Eixample) und Ruzafa sind ruhiger, haben die bessere Restaurantauswahl und sind gut an die Ciutat de les Arts angebunden. Wer wegen des Meeres kommt, findet im Cabanyal und an der Malvarrosa noch den Charakter eines Fischerdorfs, auch wenn die Museen von dort etwas weiter weg sind. Zum Vergleich der Viertel gibt es einen Guide dazu, wo man übernachtet.
Spartipps
- Kostenlos gibt es sehr viel: das Turia-Flussbett, die Strände, die Viertel und mehrere Museen kosten nichts. Ideen dazu stehen im Guide zu den Gratis-Unternehmungen.
- Kostenlose Museen: Das Museo de Bellas Artes ist frei zugänglich, und einige städtische Museen haben eintrittsfreie Tage; prüf das auf der jeweiligen Seite.
- Tickets online: Buch das Oceanogràfic und andere Attraktionen online und geh gleich zur Öffnung hin, dann sparst du dir die Schlange.
- Menú del día: Mittags bieten unter der Woche viele Lokale ein komplettes Menü zum guten Preis; den Reis hebst du dir für ein ruhiges Essen in der Albufera auf.
- Lauf und radle: Das Zentrum zu Fuß und Valenbisi für mittlere Strecken – so gibst du kaum etwas für Verkehrsmittel aus.
Häufige Fragen
Sind 5 Tage zu viel für Valencia?
Nein. Fünf Tage reichen, um Altstadt, moderne Stadt, Strand und Albufera in Ruhe zu sehen, einen Museums- und Marktvormittag anzuhängen und ein oder zwei Ausflüge in Dörfer im Umland wie Sagunto oder Xàtiva zu machen. Mit weniger Zeit musst du auswählen; mit fünf Tagen kaum noch.
Welcher Tagesausflug ab Valencia lohnt sich am meisten?
Das hängt davon ab, was du suchst. Wenn du Burgen und Meer magst, ist Sagunto mit der Cercanías sehr bequem. Wenn du Landesinneres und Aussicht vorziehst, Xàtiva mit seiner Doppelburg. Für Wein und einen mittelalterlichen Ortskern Requena. Weitere Möglichkeiten stehen im Guide zu den Tagesausflügen.
Braucht man für diesen Reiseplan ein Auto?
Nein. Der ganze Plan lässt sich mit Metro, EMT-Bus, Valenbisi-Rad, Renfe-Cercanías und zu Fuß bewältigen. Ein Auto lohnt nur, wenn du den Plan auf schlechter angebundene Strände oder Dörfer ausweiten willst.
Wo isst man die echte valencianische Paella?
In den Restaurants von El Palmar im Naturpark Albufera, über Holzfeuer gegart, mit Huhn, Kaninchen, Garrofó und Ferraúra. Das passt gut auf Tag 4 des Reiseplans.
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